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Mixed Use mit Manuel Graf

Manuel Graf
oriental rug
2014
Mixed Media
Installationsansicht Schaulager VAN HORN, Düsseldorf 2017
courtesy der Künstler und VAN HORN, Düsseldorf
Foto: Daniela Steinfeld, VAN HORN, Düsseldorf

Leopold-Hoesch-Museum & Papiermuseum Düren
24. Juni bis 9. September 2018

Mit Manuel Graf, Mixed Use zeigt das Leopold-Hoesch-Museum eine erste umfassende Museumsausstellung des 1978 im badischen Bühl geborenen Düsseldorfer Künstlers, nachdem dieser 2008/2009 Preisträger des ars viva-Preises des Kulturkreises der Deutschen Wirtschaft im BDI e.V. war und 2012 eine erste institutionelle Einzelausstellung im Hamburger Kunstverein hatte.

Manuel Graf gehört mit seinem medienübergreifenden künstlerischen Ansatz zu den profiliertesten Künstlern seiner Generation. Indem er Bildkonventionen der Moderne aufgreift, die Kunst und Leben zusammenführen wollte und dabei Malerei und Skulptur, Architektur und die angewandten Künste revolutionierte, widmet Manuel Graf sich dezidiert gegenwartsbezogenen Fragestellungen nach der ästhetischen Verortung gesellschaftlichen Bewusstseins. Hierbei bezieht er unterschiedliche kulturelle Einflüsse und Diskurstraditionen mit ein und simuliert einen Modernebegriff, der vertraut erscheint, gleichzeitig aber auch exotisch und alternativ anmutet. Manuel Graf deutet so ästhetische Zustände und Anwendungen der Gegenwart künstlerisch aus und macht deren Mechanismen und Funktionen sichtbar.

Die Ausstellung führt bereits ikonische Werke aus den letzten zehn Jahren des Schaffens von Manuel Graf wie etwa Qu’est-ce c’est la maturité? oder die Doppelganger mit neuen, speziell für die Ausstellung entstandenen Arbeiten zusammen, die die Technik des sogenannten Tiefziehverfahrens einsetzen und die allgegenwärtige Präsenz des Architekturrenderings aufgreifen. Dieses der Immobilienentwicklung entlehnte Darstellungsverfahren beansprucht zunehmend visuelle Deutungshoheit im ästhetischen Diskurs und dominiert zunehmend die allgemeine Wahrnehmung, so dass eine Umwertung im Verhältnis des Historisch-Faktischen zum Imaginär-Illustrativen erfolgt. Der massenhafte Einsatz einer Bildsprache, die idealtypisch stadträumliche Visionen aufruft, lässt postmoderne Geister softwarebasiert wiederauferstehen. Ähnlich den Dämonen an gotischen Kathedralen, die sakrale Inhalte gegen böse Einflüsse schützten, erhalten sie Einlass in einen popkulturell verfassten Kanon der Spätmoderne und überformen ihren Kontext. Hierauf bezieht sich auch der Ausstellungstitel. Mixed Use ist ein Begriff aus dem Immobilienjargon und bezeichnet die bestmögliche Nutzbarkeit eines Objekts durch eine Mischung aus Gewerbe, Büros und Wohnen. Er stellt eine ultimative Zielvorgabe aus, die den Diskurs über den öffentlichen Raum maßgeblich beeinflusst. Manuel Graf analysiert Wirkweisen und Ergebnisse dieser Methoden zur Gestaltung gegenwärtiger Realitätsauffassungen und konterkariert sie in einer künstlerisch komplementären Deutung.

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Apropos Papier:
Ignacio Uriarte
Bürokünstler

Leopold-Hoesch-Museum & Papiermuseum Düren

19. Mai bis 19. August 2018

Der in Krefeld geborene und in Berlin lebende Künstler Ignacio Uriarte ist der zweite Protagonist der Projektreihe „Apropos Papier:“, die den Einsatz des Werkstoffs Papier in der Gegenwartskunst untersucht.

Nachdem Ignacio Uriarte zunächst Betriebswirtschaftslehre in Madrid und Mannheim studiert hat und in diesem Bereich auch für Elektronikkonzerne in Deutschland, Spanien und Mexiko erfolgreich tätig war, entwickelte er nach einem parallel erfolgten Studium der audiovisuellen Künste am Centro de Artes Audiovisuales in Guadalajara, Mexiko den künstlerischen Ansatz der von ihm so bezeichneten „konzeptuellen Bürokunst“. Seit 2003 arbeitet er ausschließlich als bildender Künstler.

Ignacio Uriarte untersucht in seinen Zeichnungen auf Papier, durch seine gerissenen Reliefs und mit installativen Wand- und Bodenarbeiten Gesetzmäßigkeiten des Visuellen. Durch vermeintlich identische, dem Prinzip des Seriellen und des Prozessualen verpflichtete, sich im Detail beziehungsweise graduell aber voneinander unterscheidende Vorgehensweisen und formale Ergebnisse hinterfragt Ignacio Uriarte die behauptete Verbindlichkeit visueller Informationen wie die Neutralität der von ihm eingesetzten Materialien. Die in minuziöser Handarbeit erzeugten, im Ergebnis hyperpräzisen Formkonstellationen machen die Wahrnehmung selbst zum Thema, wenn man erkennt, dass die unterschiedliche Dichte und Intensität der gekritzelten oder geschichteten Strukturen es ist, die die Großform und deren Körperlichkeit erzeugt, ihre Räumlichkeit ausmacht, aber auch deren Differenz und Unterscheidbarkeit in der Zusammenschau bewirkt.

Ignacio Uriarte nutzt hierfür im Büroalltag gebräuchliche Materialien wie Kopierpapier, Briefhüllen, Schreibblöcke und dokumentenechte Farbstifte sowie dort übliche Anwendungstechniken und Nutzungsverfahren. Und in seine Überlegungen zur Installation der Werke im Raum bezieht er dessen Kriterien und Eigenschaften bewusst mit ein, so dass der Ausstellungsraum gemeinsam mit den in ihm präsentierten Arbeiten ein dreidimensionales begehbares Setting wird, in dem der Betrachter durch seinen eigenen Bewegungsfluss, seine Annäherung an die beziehungsweise seine Entfernung von den Werken ein Wahrnehmungsgehäuse erzeugt, das die Wirkweisen und wahrnehmungstheoretischen Aussagen der Arbeiten von Ignacio Uriarte wesentlich bedingt.

Im Rahmen von Apropos Papier: werden eine ortsspezifische Wandarbeit, eine skulpturale Bodenarbeit und neue Werke in den vier Grundfarben des Büroalltags schwarz, blau, rot und grün im Leopold-Hoesch-Museum zu sehen sein.

Ignacio Uriarte
Square Waves
2017
Papier, Maße variabel
courtesy der Künstler und Philipp von Rosen Galerie

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Apropos Papier:
Matthias Lahme
Portraits

25. März bis 13. Mai 2018
Eröffnung am Sonntag, 25. März 2018, 12 Uhr
Zur Eröffnung sprechen
Paul Larue, Bürgermeister der Stadt Düren und Vorsitzender des Vorstands des Museumsvereins Düren e.V.
Markus Mascher, M.A., Kurator Leopold-Hoesch-Museum & Papiermuseum Düren

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Claudia Kallscheuer
Clear and Cloudy
Kunstpreis des Kreises Düren 2017

25. März bis 10. Juni 2018
Die in Waiblingen geborene und in Düren lebende und arbeitende Künstlerin Claudia Kall-scheuer erhielt im Jahr 2017 den aktuellen Kunstpreis des Kreises Düren. Diese im Zweijahresrhythmus vergebene Auszeichnung ehrt die Preisträgerin für ein substanzielles Werk, das über Jahre hinweg entwickelt wird und eine eigenständige künstlerische Position in der Gegenwartskunst einnimmt.
Aus diesem Anlass widmet das Leopold-Hoesch-Museum der Künstlerin eine repräsentative Werkschau, in der zentrale Arbeiten ihres bisherigen Schaffens mit neuen Arbeiten vereint werden.
Claudia Kallscheuer schafft Kunstwerke, deren maßgebliche Eigenschaften das Textile und ihre Verarbeitungsformen sind: Stoffe und Gewebe, Verknüpfungen und Verknotungen, Nähen und Besticken, Bekleben und Beschriften. So entstehen Bilder, Objekte und Installationen von ganz eigener Poesie und Ausdruckskraft. Ihre materielle Anmutung und ihre intensive farbliche Wirkung bewegen sich zwischen der Präsenz bildlicher Fragmente, wie etwa in den Safety Card-Leinwänden, und der subtilen Manifestation vergänglicher Phänomene, wie es beispielsweise bei den Wetterberichten der Fall ist. Ausgehend von Themen und Gegenständen, denen man im Alltag beiläufig begegnet, die im Zweifelsfall aber durchaus von existenzieller Bedeutung sein können, transformiert Claudia Kallscheuer deren ästhetisches Potenzial in fragile Bildwerke. Der Kombination von visueller Kommunikation in Bild und Schrift kommt dabei eine wesentliche Rolle zu, so dass sich neben einer tatsächlichen Lesbarkeit im herkömmlichen Sinne auch eine Deutung auf transzendenter Ebene ergibt. Der Aspekt des Prozessualen, den Claudia Kallscheuer durch ihre Werke in die Wahrnehmung und Gestaltung von Wirklichkeit einführt, eröffnet dem Betrachter die Gelegenheit, individuelle Erfahrungen mit den künstlerischen Setzungen zu assoziieren, die Claudia Kallscheuer auf introspektive wie expansive Weise in ihren Arbeiten vornimmt.
Im Rahmen der Ausstellung besteht die Möglichkeit zur Ausstellungsbegehung mit der Künstlerin, bei der Claudia Kallscheuer einführt in die universelle Kulturtechnik des Nähens. Buchungen über Leopold-Hoesch-Museum & Papiermuseum Düren, Jeannine Bruno, 02421 – 252594, j.bruno@dueren.de
Ein Künstlerbuch von Claudia Kallscheuer erscheint während der Ausstellung.
Die Ausstellung wird über den Kreis Düren großzügig unterstützt von der Sparkasse Düren.

Claudia Kallscheuer: "wollen sie mit mir tanzen II"

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Beyond the Box. Sammlung Dohmen
3.12.2017 – 11.3.2018

Die Ausstellung „Beyond the Box. Sammlung Dohmen“ zeigt erstmals umfangreich die Pri-vatsammlung aus Aachen. Es handelt sich um Installationen, Skulpturen und Bilder aus Me-xiko, Cuba und indianischer Herkunft sowie aus Westafrika, Israel, Bulgarien, Rußland, Süd-korea und Japan, ergänzt durch individuelle eher ungewöhnliche Arbeiten aus den USA und Europa. Diese Positionen sprengen zum Zeitpunkt des Ankaufs und teils bis heute Konven-tionen und herkömmliches Denken in der Betrachtung und Beurteilung zeitgenössischer Kunst. Die Sammlung vereinigt vorrangig Positionen aus Ländern, die noch bis vor gut 15 Jahren nicht zum Kontext „westlicher“ Rezeption gehörten. Diese „westliche“ Sichtweise auf Kunst jenseits des „geopolitischen“ Westens änderte sich entscheidend mit der von Okwui Enwezor geleiteten documenta11. Bis dato wurde Kunst z.B. indianischen oder afrikanischen Ursprungs als indigen bzw. ethnologisch eingestuft und im entsprechenden Kontext gezeigt.

So schaffen der afroamerikanische Rodney McMillian (*1969, Columbia, South Carolina) und der aus Detroit stammende Michael E. Smith (*1977, Detroit, Michigan) Arbeiten aus weg-geworfenen, gefunden Objekten, aus Müll oder Relikten der Natur. Die Vergänglichkeit unse-res Lebens und unserer Industrieproduktion werden zur Ästhetik des Verfalls, der Untergang der einst so mächtigen Automobilstadt Detroit ist spürbar.

Ganz anders bei der Südkoreanerin Haegue Yang (*1971, Seoul). Sie erhebt noch benutzba-re, nicht zerfallene Industrieprodukte zu ästhetischen Objekten und Kunstinstallationen. Während die Mexikanerin Mariana Castillo Deball (*1975, Mexico City) ihre Arbeiten oft aus wissenschaftlichem und ethnologischem Gedankengut entwickelt, benutzt die Schwedin Nina Canell (*1979, Växjö) meist naturwissenschaftliche Ansätze für ihre fragilen Installationen. 

Mel Chin (*1951, Houston, Texas) schafft Kunst aus naturwissenschaftlichem und soziologi-schem Kontext, aus asiatischer und westlicher Sicht.

Rolanda Teicher-Yekutiel (*1957, Bukarest) ist vertreten durch Zeichnungen oft leerer Räu-me, entstanden im Kibutz und erschütternd gefüllt von der dunklen Vergangenheit des jüdi-schen Volkes im „Dritten Reich“. Von dem in Cuba geboren Diango Hernández (*1970, Sancti Spiritus) sind Zeichnungen zu sehen, die er als 33-jähriger auf der Flucht nach Europa in seinem Gepäck hatte. Jimmie Durham (*1940, Washington, Arkansas), indianischer Herkunft und ausgezeichnet mit dem Kaiserring der Stadt Goslar, ist vertreten neben William Anastasi (*1933, Philadelphia, Pennsylvania), New York, dem Altmeister der Minimalart, mit seinen nach dem Zufallsprinzip entstanden Arbeiten. Frühere Werke des Belgiers Wim Delvoye (*1965, Wervik) sind neben ganz neuen dekonstruktivistisch fotorealistischen Architektur- und Landschaftszeichnungen aus Tusche und Bleistift des Japaners Hiroki Tsukuda (*1978, Kagawa) zu sehen.

Georges Adéagbo, (*1942, Cotonou, Benin), zeigt themenbezogene Assoziationsfelder mit Bezügen aus seiner Heimat und unserer Welt. Diese Positionen werden ergänzt durch Arbei-ten des Bulgaren Plamen Dejanoff (*1970, Sofia), der 28-jährigen Serbin Nora Turato 1991 in Zagreb (Kroatien) und dem Russen Pavel Pepperstein (*1966, Moskau), der sein Land auf der Biennale in Venedig vertrat.

Dr. med. W. Dohmen, Arzt und Sammler, ist seit 1988 Vorstandsvorsitzender des Neuen Aachener Kunstvereins. Neben dem Aufbau seiner Sammlung engagiert er sich für das in-terkulturelle Projekt „No es arte“, das die Rückführung von Goldarbeiten der Tairona, die während der Kolonialisierung Südamerikas aus heiligen Städten gestohlenen wurden, unter-stützt. 

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Eröffnung "Beyond the Box. Sammlung Dohmen". Foto: Peter Hinschläger

Saâdane Afif. Ici. / Là-bas.
13.10.2017 – 22.04.2018


In seiner konzeptuellen multimedialen Arbeit „Ici.“ reflektiert der Günther-Peill-Preisträger 2014 Saâdane Afif (*1970, Vendôme) die zeitgenössische Bedeutung von „Hier“ und „Dort“. Zwei identische Modelle der Dürener Gleislampen mit Lautsprecher, synchroner Ansage und bahnhofstypischer Beschilderung markieren zeitgleich im Leopold-Hoesch-Museum in Düren („Ici.“) und in La Panacée bzw. in Wiels („Là-bas.“) die bestimmte und unbestimmte Ortsspezifik des Dürener Bahnhofs.

Der zweite Teil des Projektes „Là-bas.“ ist bis 14.1.2018 in La Panacée, Centre d’Art Contemporain, in Montpellier zu sehen. Vom 1.2.2018 – 22.4.2018 wird „Là-bas.“ in WIELS, Centre d'Art Contemporain, Brüssel präsentiert. 

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Saâdane Afif, Ici, 2016, Leopold-Hoesch-Museum & Papiermuseum Düren. Foto: Peter Hinschläger

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