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2. Jul 2022 – 6. Nov 2022
Vera Molnar. Unter­bre­chungen – Lücken
Die Künstlerin sitzt am Boden vor 3 Grafiken in schwarz-weiß
Vera Molnar in ihrem Atelier in Paris, 2012, © Galerie La Ligne, Zürich (CH)
quadratisches Bild mit 9 roten Quadraten aus Folie
Vera Molnàr, 9 carrés rouges, 1990, Kunststofffolie auf Kunststofffolie, 50 x 50 cm, Hubertus Schoeller Stiftung, Leopold-Hoesch-Museum, Foto: Peter Hinschläger, © VG Bild-Kunst, Bonn 2022

Ein Fokus der Ausstellung liegt auf den Computerdrucken, für die Vera Molnar den mathematischen Zufall und Abweichungen nutzt, um Komplexität in redundanten, geometrischen Systemen zu erzeugen. In ihren Arbeiten spielt die Künstlerin aber nicht nur mit den Variablen des Programms, sondern integrierte die ästhetischen Qualitäten der Fehler, die der Computer selbst produzierte. So führte der Versuch, mit dem Computer Flächen zu zeichnen, dazu, dass der Drucker, der für den Druck von Buchstaben gemacht war, mit verschwenderisch viel Tinte schwarze Blöcke malte, die rhythmisierende, dunkle Ränder ausbildeten. Die Arbeit mit solcherlei Dysfunktionen und impliziten Negationen zeichnet Vera Molnars Kunst aus. Mit ihrem Werk stellt sie sich gegen die Bedeutung der Hand des Künstlers, gegen Expressivität und Symbolismus. Die Struktur der energischen Handschrift ihrer Mutter rekonstruiert sie daher mit dem Rechner. Allerdings wird die schreibende Hand der Mutter in dem Computerdruck gerade durch ihre Abwesenheit präsent.