← Preview

9. Apr 2022 – 4. Sep 2022
Volker Saul, Aftermath – Turning
schwarz-weißer abstrakter Papierschnitt im Hochformat
Volker Saul, Einzelblatt aus: Aftermath – Turning, 2020, 33 Papierschnitte, Acryl auf Zerkall-Bütten, zweilagig, je 76 x 55,3 cm © VG Bild-Kunst, Bonn 2021, Foto: Peter Hinschläger

Volker Saul, Aftermath – Turning, 2020

HD-Video, Musik: Dave Liebman, Richie Beirach, Florian Van Volxem; 33 Papierschnitte, Acryl auf Zerkall-Bütten, zweilagig, je 76 x 55,3 cm

Das Leopold-Hoesch-Museum zeigt anlässlich einer aktuellen Schenkung eine neue Werkgruppe des aus Düren stammenden und in Köln und der Eifel lebenden und arbeitenden Künstlers Volker Saul.

Ausgehend von Improvisationen der beiden Jazzmusiker Dave Liebman und Richie Beirach, die 2017 mit dem Sounddesigner Florian Van Volxem im CMP Studio des Musikproduzenten Kurt Renker in Zerkall eingespielt und unter dem Titel „Aftermath“ zu einer Klangcollage zusammengestellt wurden, hat Volker Saul einen abstrakten Animationsfilm und dreiunddreißig in strengem und zugleich tonigem Schwarzweiß angelegte Papierschnitte geschaffen. Der digital animierte Film, der ebenfalls in Kooperation mit Kurt Renker produziert worden ist, versetzt die auftretenden Formen und Strukturen, die auch in den Papierschnitten miteinander kontrastieren, in Bewegung und entfaltet ihr dynamisches Potenzial. Sie behaupten oder negieren Körperlichkeit, organisieren die räumliche Wahrnehmung und treten in wechselnde Konstellationen zueinander. Es entsteht ein symbiotisches Verhältnis zu den Klängen der Musik – die in Reaktion auf die bildnerische Initiative von Volker Saul und speziell für diesen Zweck entsprechend modifiziert wurde. Betitelt ist die Arbeit, die exemplarisch für den medienübergreifenden und kollaborativen künstlerischen Ansatz von Volker Saul steht, mit „Aftermath – Turning“: Eine Referenz an das Moment der Drehbewegung, das hier eine zentrale Rolle spielt und in unmittelbarem Zusammenhang steht mit der Bedeutung des zeitlichen Aspekts für sowohl die Filmbilder als auch die Musik, während die Anzahl der entstandenen Papierschnitte ein Verweis ist auf die dreiunddreißig Umdrehungen, die eine LP pro Minute zurücklegt.

Der 1955 geborene Volker Saul gehörte 1987 zu den ersten Stipendiat*innen der von Carola Peill in Gedenken an ihren Mann Günther Peill ins Leben gerufenen Günther-Peill-Stiftung am Leopold-Hoesch-Museum. 2004 war Volker Saul Kunstpreisträger des Kreises Düren und 2015 hatte er unter dem Titel „Shapes – Work in Progress“ eine Einzelausstellung im Leopold-Hoesch-Museum mit Wandmalereien, Aluminium- und Papierschnitten und animierten Videos, die sich konzeptuell, formal und inhaltlich aufeinander bezogen. Damals fand während der Langen Nacht der Museen auf Einladung des Künstlers und Kurt Renkers ein Konzert mit den New Yorker Jazzmusikern Richie Beirach und Dave Liebman im Leopold-Hoesch-Museum statt.

Hieran knüpft die Schenkung und Präsentation von „Aftermath – Turning“ sinnvoll an und erweitert mit Bezug auf die spezifischen Eigenschaften und visuellen Qualitäten des Werkstoffs Papier den Bestand an Arbeiten von Volker Saul innerhalb der Kunstsammlung des Leopold-Hoesch-Museums substanziell. Zu sehen sein wird „Aftermath – Turning“ vom 9. April bis zum 4. September 2022, die Eröffnung findet statt am Fr., 8. April 2022 um 19 Uhr.

Volker Saul, Aftermath – Turning, 2020
HD-Video, Musik: Dave Liebman, Richie Beirach, Florian Van Volxem; 33 Papierschnitte, Acryl auf Zerkall-Bütten, zweilagig, je 76 x 55,3 cm

„Für mich ist die Musik so abstrakt und offen wie die Kunst, man weiß nie
was als nächstes passiert. Sie ist reduziert auf wenige Instrumente und Sounds, analog dazu ist der Film
Aftermath – Turning reduziert auf schwarz/weiße Formen in Bewegung im Raum.“
(Volker Saul)