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Aktuelle Ausstellungen

Apropos Papier: Jimmy Robert – Plié
verlängert bis zum 6. September 2020

Mit gefundenen wie mit eigenen Fotografien, mit Texten, Videosequenzen, skulpturalen Setzungen und Installationen sowie mit Performances schafft der Künstler Jimmy Robert (*1975) mentale wie körperliche Bezugsräume für die Auseinandersetzung mit Fragen kultureller und gesellschaftlicher Identität. Oft nutzt er dabei Primärmaterialien wie Stoff, Holz oder Papier, die er manuell bearbeitet, die er collagiert, schichtet, faltet, perforiert. Durch die Betonung der spezifischen Materialeigenschaften lässt er diesen Elementen wesenhafte Bedeutung zukommen, sie werden zu Partnern des performativen Prozesses und heben die Unterscheidung zwischen Objekt und Körper, Bild und Raum auf. Dabei werden gesellschaftlich definierte und kulturell wie körperlich wirksame Grenzen, die über die Zuordnung zu Herkunft, Geschlecht oder Klasse erfolgen, thematisiert und erfahrbar gemacht, ihr Anspruch zugleich in Frage gestellt und als Konstruktion erkennbar. Jimmy Robert stammt aus Guadeloupe, ist in Paris aufgewachsen, in London ausgebildet und hat an unterschiedlichen Orten in Europa gelebt und gearbeitet. Er kennt die Wirksamkeit gesellschaftlicher Bezugssysteme, die immer auch Instrumente von Distinktion und Herrschaft sind, und nimmt ihre kulturelle Aktivierung aus verschiedenen Perspektiven wahr. Für das Ausstellungsformat „Apropos Papier:“, das die Relevanz des Werkstoffs Papier für die Gegenwartskunst untersucht, schafft Jimmy Robert eine raumbezogene Installation im Leopold-Hoesch-Museum. Diese basiert auf selbst verfassten und adaptierten Texten, die als Reflexionen zu Körper, Geste, Rolle, Ort und Funktion gelesen werden können. Die Texte sind als skulpturale Elemente unterschiedlichen Grades gegenwärtig und korrespondieren mit ebenfalls skulptural aufbereiteten Fotografien des Künstlers als Tänzer. Darüber hinaus werden ihre Inhalte über einen gesanglichen Vortrag als klangliche Präsenz den räumlichen Kontext erweitern. Vom Künstler ausgewählte Objekte aus den Sammlungsbeständen des LeopoldHoesch-Museums wie des assoziierten Papiermuseums Düren verorten als konstitutive Bestandteile die Installation und markieren ihre kontextuelle Bedeutung.

Performance "Songs to dance to"

Ina Hagenau performt "Songs to Dance to" von Jimmy Robert bei der Eröffnung der Ausstellung, Foto: Peter Hinschläger

Konzept: Jimmy Robert, Performance: Ina Hagenau, Jazz- und Popsängerin, Düren

in der Ausstellung „Apropos Papier: Jimmy Robert – Plié“

Im Rahmen der Ausstellungseröffnung „Apropos Papier: Jimmy Robert – Plié“ fand am 8. März 2020 die Performance „Songs to dance to“ (Lieder, um dazu zu tanzen) im Leopold-Hoesch-Museum statt. Vom Künstler speziell für die Ausstellung konzipiert und auf eigenen wie auf adaptierten Texten basierend, hat Jimmy Robert sie gemeinsam mit der Dürener Pop- und Jazzsängerin Ina Hagenau während der Ausstellungsvorbereitung entwickelt. Mit gesprochenen oder gesanglich intonierten Texten führte die Performance durch die Ausstellung und erweiterte die raumbezogenen Installationen und ihre Komponenten durch eine klangkörperliche Präsenz von erweitertem skulpturalem Charakter. Die Performance wurde dokumentarisch gefilmt. Das Video ist auf den Social-Media-Plattformen Instagram und Facebook zu sehen.

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Imre Kocsis – Bildraum/Realraum
08. März bis 22. November 2020

Bildmotiv: Imre Kocsis, B.XXII.73, 1973, Acryl auf Leinwand, 120 x 120 cm, Hubertus Schoeller Stiftung am Leopold-Hoesch-Museum & Papiermuseum Düren, Foto: Peter Hinschläger

Der Künstler Imre Kocsis (1937 – 1991) ist für seine graphisch anmutenden Boden-Wandobjekte bekannt. Die am Leopold-Hoesch-Museum ansässige Hubertus Schoeller Stiftung verfügt über ein umfangreiches Konvolut an Werken aus dem Nachlass des ungarischen Künstlers. Nach seiner Emigration 1953 und seinem Studium an der Hochschule für Bildende Kunst Hamburg lebte und arbeitete er als wichtiger Vertreter der Konkreten Kunst in Düsseldorf. In seiner exemplarischen Einzelpräsentation im Leopold-Hoesch-Museum werden nicht nur eine große Installation, in Form eines den Raum gliedernden Kreuzes, und klassische Wand-Boden-Arbeiten, sondern auch Werke aus seinem malerischen Frühwerk vorgestellt. Ausgehend von surreal anmutenden Malereien und solchen, die wie flirrende Raumstrukturen wirken, konzentrierte sich Kocsis später ausschließlich auf eine geometrische Formensprache in Schwarz-Weiß. Diese Arbeiten verlassen den Bildraum befragend schnell die Leinwand und erobern als Objekte den realen Raum. Doch auch hier stellen sie das Verhältnis von Bild- und Realraum in Frage, spielen mit dem Kippmoment zwischen Zwei- und Dreidimensionalität und erzeugen über optische Verkürzungen und Streckungen den Eindruck von Bewegung.

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